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Februar 2015

In dieser Zeit, in der die Tage schon wieder spürbar länger werden, wird es nun Zeit, die „Samen in die Erde zu bringen“, und das, was wir im Winter so ausgebrütet haben, in die Tat umzusetzen.

In unserem Gemeinschaftsalltag bewegt uns die Weiterentwicklung unseres Entscheidungsmodells. In der Intensivzeit Anfang Januar haben wir gründlich gemeinsam darauf geschaut, nun feilen wir weiter daran, ein Modell zu entwickeln, das möglichst viele Menschen zur wirklichen Partizipation anregt und uns dabei genügend Zeit für die angenehmen Seiten des Gemeinschaftslebens lässt. Wir experimentieren dabei mit soziokratischen Elementen und haben zum Beispiel unseren neuen SiGe-Vorstand und Aufsichtsrat soziokratisch gewählt – davon mehr in dem Artikel von Sonja.

Mit dem Februar hat auch die Seminarsaison in Sieben Linden begonnen. Es hat gut angefangen: Das erste Seminarwochenende mit einem Strohballenbau-Fachseminar war gleich voll ausgebucht. Wir freuen uns auf ein volles Seminarjahr und brauchen für die vollsten Monate auch noch Verstärkung für die Küche.

Wir starten das neue Seminarjahr mit einigen Neuerungen in der Internet-Präsentation: Eine neue Seminarwebsite seminare.siebenlinden.de ist online – deutlich praktischer und für uns besser zu verwalten als die vorige. Optisch ist sie noch nicht so ansprechend, wie wir sie uns erträumt haben, aber sie funktioniert schon, und das ist erstmal das Wichtigste.

Und damit nicht genug – seit Januar ist auch unser Blog https://blog7linden.wordpress.com/ online, der auf persönliche Art von den Aktivitäten in Sieben Linden und den Seminaren erzählt, und auch zu Kommentaren einlädt. Wir wollen ihn von unterschiedlichen Menschen füllen lassen, die aus ihren Erfahrungen in Sieben Linden erzählen. Zudem gibt es auf www.eurotopia.de einen neuen Blog von Michael Würfel zum Thema "Gemeinschaft und der Rest der Welt". Probiert's mal aus, wir freuen uns über Eure Kommentare!

 

 

Wir wünschen Euch eine schöne Zeit! 

 

 



 

 

 

Anna-Schicht-Fonds

Januar-Intensivzeit

Neue BuFDis

Kranich-Baustelle

Raw Living ist umgezogen

Handwerkerhalle Planungen

Katzenjunge abzugeben

Klavier gesucht

Selbstversorger-Gruppen

Feinkost-Manufaktur

Neues vom Meditationshaus

Soziokratische Wahlen

Kompass für Gemeinschaftliche Projektentwicklung

Petition Vermögensanlagegesetz

Küchen-Helferin für die Sommermonate gesucht

Stellenagebot Waldkindergarten

Besondere Seminare in den nächsten Wochen

 

 

 Anna-Schicht-Fonds ermöglicht jungen Menschen vergünstigte Teilnahme an Seminaren

 

Anna Schicht (*1920, †2008) hat ihre letzten Lebensjahre in Sieben Linden gelebt und hatte stets ein offenes Ohr und eine besondere Liebe zu den jungen Menschen, die in Sieben Linden zu Besuch waren. So hat sie ihre Genossenschaftsanteile an den Freundeskreis Ökodorf vermacht, mit der Auflage, damit jungen Menschen freien Aufenthalt in Sieben Linden zu ermöglichen.

Dieses Geld ist nun endlich beim Freundeskreis Ökodorf angekommen und wird nun ab 2015 ihrem Wunsch entsprechend verwendet.

Die Förderung aus dem Anna-Schicht-Fonds kommt infrage für Jugendliche und Junge Erwachsene bis zu einem Alter von 25 Jahren, die von ihren finanziellen Verhältnissen her BAFöG-berechtigt wären. 

Aus dem Anna-Schicht-Fonds werden Unterkunft und Verpflegung für Jugendliche und Junge Erwachsene finanziert, die an Seminaren des Freundeskreis Ökodorf e.V. teilnehmen. Sie zahlen dann lediglich die ermäßigte Honorargebühr. 

Menschen mit Interesse an einem unserer Seminare und einer Förderung durch den Fonds werden gebeten, ihrer Seminaranmeldung ein kurzes Motivationsschreiben und eine Erklärung beizulegen, dass sie und ihre Familie nur über so geringes Einkommen verfügen, dass sie BAFöG erhalten oder, falls sie eine BAFöG-fähige Ausbildung machen würden, BAFöG könnten. 

Da Annas Vermächtnis begrenzt ist, und wir dieses Angebot aber gerne dauerhaft machen wollen, starten wir gleichzeitig eine Spendenkampagne für diesen Fonds, mit dem Wunsch, dass dieser Fonds möglichst nie an seine Grenzen stoßen möge.

 

 

Spenden auf unser Konto bei der GLS Bank

IBAN DE41 4306 0967 0030 767 801

BIC GENODEM1GLS

mit dem Vermerk „Spende Jugendliche“ werden für die Unterstützung der Teilnahme junger Menschen an unseren Seminaren verwendet. Die Spenden sind von der Steuer absetzbar.


Januar-Intensivzeit

 

Mindestens zweimal im Jahr nehmen wir uns als Gemeinschaft Zeit, mehrere Tage lang gemeinsam auf die Themen zu schauen, die uns bewegen. Während die Intensivzeit im Herbst mit externer Supervision eher den persönlichen, emotionalen Themen gewidmet ist, ist die Januar-Zeit eher den strukturellen Fragen gewidmet.

So haben wir vom 15.-19.01. gemeinsam auf unser Entscheidungsmodell geschaut, strukturelle Veränderungen vorgenommen und unseren wichtigsten Entscheidungsgremien, den „Räten“, Feedback gegeben und die Zusammensetzung für das nächste Jahr festgelegt. 

Eckpunkte, wie unser Entscheidungsmodell in Zukunft aussehen soll, wurden gemeinsam beschlossen und ein Prozess angestoßen, in dem die Feinheiten weiter ausgearbeitet werden.

Daneben wurden Themen wie Solidaritätsfonds, Naturschutzgruppe, interne Kommunikationsstrukturen und anderes diskutiert und weiterentwickelt.

 

Neue "BuFDis"

 

Im Februar kam Brigitte Langbein als neue Freiwillige im Bundesfreiwilligendienst nach Sieben Linden. Sie wird auf dieser Stelle Konzepte für die Kinder- und Jugendarbeit entwickeln, die wir in den nächsten Jahren weiter ausbauen wollen.

 

Arturs Polis aus Lettland hat seinen European Voluntary Service beim Global Ecovillage Network beendet und wird ab März ebenfalls einen Bundesfreiwilligendienst beim Freundeskreis Ökodorf e.V. beginnen und bleibt so noch ein halbes Jahr länger bei uns. Er unterstützt uns im Gästebereich und bei der Entwicklung von internationalen Jugendprojekten.

 

 

Kranich-Baustelle wird vorbereitet
von Petra Lakas

 

Im April soll's losgehen: Das Baugrundgutachten ist erstellt, die Planung läuft weiter, die Statik ist in Arbeit, die Finanzierung des Hauses inzwischen gesichert, das Grundstück eingemessen und der Bauantrag abgegeben.


Der Kranich wird einer Familie und einer WG Wohnraum bieten und ist als Haus für 9 bis 10 Personen konzipiert.

Wir knobeln an der Herausforderung, in einer Haushälfte das Erdgeschoss nicht nur, wie in allen Häusern üblich, barrierearm zu gestalten, sondern rollstuhltauglich, mit den nötigen Bewegungsräumen und ohne größere Steigungen im Gelände vor dem Eingang.


Konstruktionsfragen sind zu klären und ein Erbpachtvertrag für das Grundstück abzuschließen.

Im Sommer sollen Rohbau und Lehmbau abgeschlossen sein, danach geht es an Haustechnik und Innenausbau.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Raw Living ist umgezogen


Der Rohkostversand Raw Living hat sich zum größten zu Sieben Linden gehörenden Betrieb entwickelt. Inzwischen arbeiten bei Raw Living 9 Menschen. Der Betrieb ist inzwischen so gewachsen, dass er weder in unseren Räumen in Sieben Linden noch im „Poppauer Hof“ bleiben konnte. So sind sie nun in einen ehemaligen Getränkehandel nach Bandau umgezogen, um von dort aus leckere Rohkostzutaten und Superfoods zu verschicken. Wir hoffen, dass sie, wenn in Sieben Linden die Gewerbehalle gebaut wird, wieder zumindest mit einem Teil ihres Betriebes nach Sieben Linden ziehen werden

Im Internet findet Ihr Raw Living unter der bekannten Adresse:
http://raw-living.de


 

 

Handwerkerhalle - Planungen werden konkret

 
Seit Jahren wird davon gesprochen, nun konkretisieren sich die Planungen: Wir wollen in Sieben Linden eine „Handwerkerhalle“ bauen. Wir suchen nun nach einer gebrauchten Stahlkonstruktion für ein 300 – 500 m²-Hallendach, unter dem dann nach und nach teilweise noch Gewerberäume ausgebaut werden sollen, und das teilweise als Dach für Abbundarbeiten und Vorfertigung von Strohbauelementen genutzt wird.

Für die Realisierung dieses Projektes suchen wir noch einen zinsfreien Privatkredit über 75.000 Euro. Kontakt: sige@siebenlinden.de


 

Klavier gesucht

 
Wir suchen für unseren Seminar ein Klavier – als Spende an den Freundeskreis Ökodorf e.V., Ausstellung einer Spendenquittung ist möglich. Angebote bitte an: eva.stuetzel@siebenlinden.de

 


Katzenjunge abzugeben

 
Im Herbst wanderte eine scheue, trächtige Katze in Sieben Linden zu und brachte unter einem Bauwagen vier süße Katzenbabys zur Welt. Mit diesen fünf zusätzlichen Katzen haben wir für das Sieben Lindener Öko-System wahrscheinlich zu viele Raubtiere… Also suchen wir ein (oder mehrere) gute(s) Zuhause für diese sterilisierten, das freie Leben gewohnten Landkatzen. Wenn Ihr Interesse an einer Katze habt, nehmt bitte Kontakt mit nado auf.

nadomeye@gmail.com

 

 

Neue Möglichkeit: Selbstversorger-Gruppen auf dem Zeltplatz

Immer wieder haben wir Anfragen von Gruppen, die mit kleinem Budget zu uns kommen möchten. Schulklassen, Kinder- und Jugendgruppen, junge Erwachsene oder Gruppen aus der Gemeinschafts-Szene suchen nach preisgünstigen und abenteuerlichen Möglichkeiten, um Sieben Linden als Lernort zu nutzen. Da unser Gästebereich Sonneneck keine Selbstversorger-Küche hat und auch während der Sommermonate meist gut ausgelastet ist, probieren wir dieses Jahr erstmals folgendes aus:
Der Campingplatz ist vom 16. Mai -2. August 2015 bei Bedarf Gruppen und Seminaren vorbehalten, die im eigenen Zelt kommen und sich in einer einfachen "Sommerküche" selbst vegetarisch bekochen möchten - mit Bio-Lebensmitteln aus unserem Sortiment. Ein Gruppenzelt sowie sehr schlichte Open-Air-Sanitäranlagen sind vor Ort nutzbar. So wird eine Familienfreizeit über Pfingsten auf diese Weise zum besonderen Naturerlebnis und auch das alljährliche Junge-Leute-Seminar vom 17.-22. Mai wird in dieser Selbstversorger-Struktur stattfinden.

Wir haben noch freie Zeiten (nur für Gruppen von max. 20 Personen mit eigenem, bzw. von uns organisiertem Programm!) und freuen uns über weitere Anfragen!

 

bildungsreferat@siebenlinden.de


Simone aus dem Bildungsreferat

 

Sieben Linden Feinkost Manufaktur

Selbst hergestellte herzhafte, vegane Brotaufstriche mit Gemüse, Äpfeln und frischen Kräutern aus den eigenen Gärtnereien gehören schon seit vielen Jahren in Sieben Linden zum Alltags-Genuss der Bewohner*innen und Gäste des Ökodorfs. Daran auch noch einen größeren Kreis an Menschen teilhaben zu lassen, war die Idee und Motivation, eine kleine Manufaktur zu gründen.
Im Frühjahr 2013 starteten die Gemeinschaftsköchin Tatjana Schubert zusammen mit Simone Heidmann aus Poppau mit der Herstellung und dem Verkauf pflanzlicher Brotaufstriche. Was die beiden ganz besonders freut, ist die sehr positive Resonanz in der Region und Altmark. Die Brotaufstriche gibt es nicht nur im Verkauf direkt aus der Manufakturküche, auch kleine Hof- und Direktvermarkterläden, ein Cafe, die naheliegenden Biobäckerei Apenburg, ein Regional-und Biomarkt im benachbarten Landkreis, Foodcoops und natürlich der Naturwarenladen Sieben Linden werden regelmäßig mit neuen Gläschen versorgt. Auf verschiedenen Märkten und Festen bekommen die Aufstriche viel direkten Zuspruch, da alle Sorten frisch verkostet und „entdeckt“ werden können. Es ist sehr deutlich spürbar, dass immer mehr Menschen Wertschätzung und Interesse an regionalen  Lebensmitteln und Produkten zeigen.
Eine Vorstellung der Aufstriche in einer „Genuss“-Sonderbeilage der Zeitschrift Stern im Frühjahr 2014 sorgte für bundesweite Aufmerksamkeit, viele Bestellungen und ein fester Kundenstamm entwickelten sich.
Jetzt im Winter sind saisonal bedingt nicht alle 14 verschiedenen Sorten verfügbar, so können z.B. Schnittlauch, Tomate-Basilikum und Bärlauch erst mit Beginn des Frühjahrs und der Gartensaison wieder frisch hergestellt werden. Hokkaido-Sesam-Curry, Deftig Apfel-Zwiebel und Möhre-Mandel gehören zu den aktuell beliebten Wintersorten. Das Probierset mit 5 verschiedenen Sorten in kleinen Gläsern eignet sich als Geschenk und für alle, die gerne Abwechslung und Vielfalt genießen.
Die Aufstriche werden wie seit Beginn in jeweils kleinen Chargen mit viel Handwerklichkeit und frischen Zutaten zubereitet und anschließend haltbar gemacht. Nähere Informationen zur Manufaktur und den einzelnen Sorten, ein Bestellformular und eine Übersicht zu den regionalen und überregionalen Bezugsquellen gibt es auf

www.siebenlinden-feinkost.de.
Seit kurzem kann allen Bestellungen mit einem Warenwert ab 30€ auf Wunsch das kleine Sieben Linden Kochbuch als kleiner Gruß aus dem Ökodorf gratis beigelegt werden.

Tatjana Schubert

 

 

Neues vom Meditationshaus

Im Frühling 2013 haben wir begonnen es zu bauen, da hatten wir genügend Spendengeld zusammen um es bis zum Winter mit einem Dach auszustatten. Auch im letzten Sommer gab es Strohballen- und Lehmseminare, so dass die Wände (fast) alle drin sind und ihren ersten bzw. zweiten Lehmanstrich haben. Durch das Loch, was noch nicht mit Stroh gestopft ist, kommt in diesem Jahr das Ofenrohr des selbst gebauten Lehmofens. Auch der wird mit Menschen gebaut, die Interesse haben Theorie und Praxis eines finnischen Masseofens mit Lehm zu lernen (siehe http://seminare.siebenlinden.de/seminar/show/lehmofen-1).


Ja, so wächst es langsam, je nachdem wie viel Geld wir zur Verfügung haben und je nachdem, wer seine oder ihre ehrenamtliche Arbeit zur Verfügung stellt. Für die nächsten Schritte brauchen wir noch Spendengelder - gerade das Material für die „Brocken“ Ofen und Fußboden kostet ein paar tausend Euro.

Wer also dieses schöne, runde Projekt unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende auf das Konto des Freundeskreises e.V. tun (und bekommt eine Spendenquittung wenn erwünscht):

bei der GLS Bank
IBAN DE41 4306 0967 0030 767 801
BIC GENODEM1GLS

Verwendungszweck Meditationshaus

 

Vielen herzlichen Dank für eure Unterstützung!
Die Meditationshaus-Koordinationsgruppe
Nepomuk, Elisabeth, Ralf und Gabi

 

P.S.: bei Nachfragen wendet euch bitte an gabibott@siebenlinden.de

 

 

Soziokratische Wahlen

 

von Sonja Kühnle

 

Im Lauf des Jahres 2014 kam die Soziokratie in Sieben Linden an. Für die Bewohner*innen, die sich seit mehreren Jahren in demokratischen Abstimmungen geübt haben, in denen die Zweidrittelmehrheit angewendet wurde, bedeutet das Experimentieren mit dieser Organisations- und Entscheidungsmethode eine spannende Erweiterung des reichen Methodenschatzes, der im nun bald „volljährigen“ Ökodorf bisher entstanden ist.

Ein zentraler Begriff der Soziokratie ist der sog. Konsent („Zustimmung“, engl. „consent“). Ihre Zustimmung kann eine an einer Entscheidung beteiligte Person immer dann geben, wenn aus ihrer Sicht zwei grundlegende Kriterien erfüllt sind: Die Idee oder der Vorschlag, über den abgestimmt wird, ist

·        gut genug für jetzt („good enough for now“) und

·        sicher genug, es auszuprobieren („safe enough to try“).

 

Meinen Konsent zu geben (z.B. durch das Zeichen der erhobenen flachen Hand) bedeutet dabei nicht unbedingt, dass ich 100% hinter einer Idee stehe oder keinerlei Einwände sehe. Mit „Konsent“ ist vielmehr gemeint, dass es aus meiner Sicht keine schwerwiegenden und begründeten Einwände dagegen gibt. Sehe ich einen schwerwiegenden Einwand, kann ich statt der flachen Hand die Faust heben und weiß, dass ich daraufhin aufgefordert werde, meinen Einwand zu äußern und zu begründen. Angenommen ist ein Vorschlag nämlich nur dann, wenn niemand einen schwerwiegenden Einwand äußert.

Zu Beginn des Übens mit dieser Form schien die Einfachheit des Systems, in dem es grundlegend nur zwei Varianten für die Stimmabgabe gibt („Konsent“ oder „Einwand“), manchmal schwer zu verstehen: „Ich habe aber ein Veto...“ - „Veto gibt es in der Soziokratie nicht!“ Mit der Zeit wurde deutlich, dass auch eine ungeklärte Sachfrage eine legitime Begründung für einen „schwerwiegenden Einwand“ darstellen kann, und allmählich wuchs die Leichtigkeit im Umgang mit der erhobenen Faust. Obgleich die Methode durch die Tatsache, dass jede Stimme gehört wird, zunächst zeitintensiv wirkt, bietet sie zugleich auch die Möglichkeit in kurzer Zeit Stimmungsbilder abzufragen: Jede*r der im Kreis Sitzenden hebt die Hand (oder Faust) zu einer Frage, und sofort ist klar, ob die Entscheidung angenommen ist oder noch Klärungsbedarf besteht.

Besonders hilfreich und gemeinschaftsstiftend war es, im November und Dezember bei der Vorbereitung der Vorstands- und Aufsichtsratswahlen der Siedlungsgenossenschaft soziokratisch zu arbeiten. An mehreren Abenden trafen sich Genossenschaftsmitglieder und andere interessierte Bewohner*innen, um gemeinsam Wahlvorschläge zu erarbeiten. Die soziokratische Wahl begann damit, dass jede*r für sich allein fünf „Lieblingskandidat*innen“ auf einem Zettel notierte. Nach dem Einsammeln der Zettel wurden die Namen vorgelesen und am Flipchart notiert, und reihum begründete jede*r der Anwesenden kurz die Entscheidung für Person 1, Person 2, Person 3 und so weiter. Beim Zuhören bestand natürlich die Möglichkeit, die eigenen Präferenzen zu überdenken, und in einer zweiten Runde konnten dann – falls gewünscht – Modifikationen des eigenen „Wahlvorschlags“ mitgeteilt werden, die ebenfalls wieder auf einem Flipchart dargestellt wurden. Im letzten Schritt berieten sich die beiden Moderatorinnen des Abends auf der Basis dieses Vorgehens öffentlich darüber, welche fünf Personen sie zu einem Wahlvorschlag für den Vorstand zusammenstellen wollten. Die soziokratische Abstimmung über dieses Fünferteam wurde etwa drei Mal wiederholt, bis schließlich alle Anwesenden (etwa 20 Personen) Konsent dazu äußerten.

Das erfreuliche Ergebnis der Abende bestand neben dem Stolz darüber, gemeinsam einen gut begründeten Wahlvorschlag „produziert“ zu haben, nicht zuletzt darin, dass sich kurz nach 22 Uhr alle Beteiligten ihrer individuellen Abendgestaltung widmen konnten...

 

 

Kompass für Gemeinschaftliche Projektentwicklung

Martin Stengel und Eva Stützel, zwei Gründungsmitglieder Sieben Lindens, haben die Winterpause genutzt, um ihre Erfahrungen aus über 20 Jahren Gemeinschaftsleben und über 10 Jahren Begleitung von anderen Gemeinschaftsprojekten zusammenzutragen und zu analysieren. Als “Hand in Hand Gemeinschaftsberatung” begleiten Eva und Martin (und andere) seit vielen Jahren Gemeinschaftsprojekte in herausfordernden Phasen: http://www.gemeinschaftsberatung.de


Nun haben sie den “Kompass für Gemeinschaftliche Projektentwicklung und -organisation” zusammengestellt, der aus ganzheitlicher Perspektive aufzeigt, welche Themenfelder wichtig sind, um gemeinschaftliche Projekte zu einem Fest für alle Beteiligten zu machen. Dieser Kompass wird in dem Seminar “Schritte zur Gemeinschaftsgründung” vom 14.-17. Mai 2015 erstmalig ausführlich vorgestellt. Weitere werden folgen, in Sieben Linden und in anderen Seminar-Kontexten zu Gemeinschaftsbildung und Projekteentwicklung.


Weitere Informationen zum Seminar findest Du unter Seminar Gemeinschaftsgründung.

Über den Link "Einführung Kompass" findet Ihr eine ausführliche Vorstellung des Kompasses. An dieser Stelle sei vorab nur soviel verraten: Der Kompass identifiziert 5 Themenfelder, die für gemeinschaftliche Projektentwicklung wesentlich sind. Das zentrale Themenfeld ist dabei das “Miteinander”, das mit allen vier anderen Themenfeldern: Der “Vision”, der “Struktur”, der “Ökonomie” und dem „Vernetzen” eng verwoben ist. Zu allen fünf Themenfeldern werden in den Seminaren von Hand in Hand Gemeinschaftsberatung Methoden vorgestellt, wie gemeinschaftliches Handeln gelingen kann.


 

 

Vermögensanlagengesetz bedroht Finanzierung von Gemeinschaftsprojekten

Nach der Prokon-Pleite arbeitet die Bundesregierung daran, Menschen, die ihr Geld außerhalb von Banken anlegen, besser zu schützen. Ein ehrenwertes Ansinnen, aber der Weg, den sie gerade einschlagen, bedroht viele Projekte, die auf Finanzierungen von Privatmenschen angewiesen sind - wie zum Beispiel auch uns - aber auch viele andere gemeinschaftliche Projekte von Solidarischer Landwirtschaft, Kindergärten, Schulinitiativen, etc.

Die Annahme von nachrangigen Darlehen/Direktkrediten aus dem Umfeld der Projekte soll der Finanzmarktprospektpflicht unterworfen werden. Fast alle Gruppierungen, die Geld von Privatmenschen annehmen, müssen nach dem neuen Gesetz dafür einen aufwändigen Prospekt mit vielen Informationen erstellen - dessen Erstellung Zig-Tausende Euros kostet und weitere zigtausende von Euro jedes Jahr kostet. Damit ist eine wichtige Finanzierungsquelle von Gemeinschaftsprojekten -Privatkredite aus dem Projektumfeld- abgeschnitten.

Der Gesetzentwurf wurde aufgrund von vielfältigen Einsprüchen bereits verändert. Seitdem sind wir als Genossenschaft davon weniger stark betroffen als andere Initiativen, aber auch uns betrifft es nach wie vor, und wir bitten Euch um Eure Unterstützung im Engagement gegen diesen Gesetzentwurf. Es gibt eine Petition dazu. Wenn innerhalb von 3 Monaten 120.000 Unterschriften zusammen kommen, muss sich der Bundestag mit der Petition beschäftigen.

Bitte klicke den Link

https://www.openpetition.de/petition/online/fuer-sinnvolle-ausnahmen-vom-vermoegensanlagengesetz-vermanlg


an, füll die Felder aus und schicke deine Petition ab.

Ebenfalls gezählt werden alle Unterschriften, die über Unterschriftslisten eingereicht werden. Dazu findet ihr auf der Petitions-Webseite eine Liste zum Ausdrucken und Auslegen. Bitte sendet die ausgefüllte Liste zurück an: Sascha Klemz, Grethergelände, Adlerstr. 12, 79098 Freiburg.

Genauere Infos über die Auswirkungen des Vermögenanlagengesetzes findet Ihr unter:

http://www.syndikat.org/de/wirsindnichtprokon/


Danke für Eure Unterstützung!

 


Küchen-Helfer*in für die Sommermonate gesucht

 

Wir suchen für den Zeitraum von 15.04. bis Ende September Menschen, die uns in der Küche unterstützen. Wir suchen: Leute mit Lust auf Gemeinschaftsleben, die längere Zeit hier sein wollen und Lust auf ca. 30 Wochenstunden Küchenarbeit in unserer vegetarischen Großküche haben. Wir bieten: Mitleben in einer lebendigen Gemeinschaft, Übernahme von Verpflegungskosten, Nebenkosten und Gemeinschaftsraum-Miete. Stellen einer Unterkunft ist leider nicht möglich, daher müsste die Person Zelt, Wohnmobil oder Wohnwagen mitbringen.

Bewerbungen bitte an: verein@siebenlinden.de

 


Stellenangebot:

Zum 1.6.2015 suchen wir für den Waldkindergarten eine/n

 

staatlich anerkannte/n Erzieher/in oder
Sozialpädagogen/in in Teilzeit (18 Std.)

 

 


Der Waldkindergarten am Standort Poppau im Ökodorf Sieben Linden ist Teil des Freien Schule Altmark e.V., der in Depekolk  noch eine Grundschule und eine Kindertagesstätte mit reformpädagogischen Konzepten betreibt.

 

Wir bieten:

 

·        Teilzeitstelle mit 18 Wochenstunden vormittags an drei Tagen

 

·        Ein anspruchsvolles Tätigkeitsfeld mit viel Platz für Eigeninitiative

 

·        Einen Arbeitsplatz in der Natur

 

·        Wöchentliche Teamsitzungen und regelmäßige Supervision

 

·        Unterstützung bei Fort- und Weiterbildung

 

·        Unterstützung durch die Eltern, den Vorstand und die Mitglieder des Trägervereins

 

 

Wir wünschen uns:

 

·        Berufliche Erfahrungen im Elementar-Bereich

 

·        Reformpädagogische Kenntnisse / Erfahrungen (Montessori, Wild) oder die Bereitschaft sich mit den Inhalten der Reformpädagogik intensiv auseinander zu setzen, das gleiche gilt für die Gewaltfreie Kommunikation nach M. Rosenberg.

 

·        Empathie und Wertschätzung gegenüber Kindern

 

·        Im Mittelpunkt Ihrer Arbeit sollte das individuelle Lernen, die Persönlichkeit und das Interesse der Kinder stehen

 

·        Offenheit für eine effektive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Kollegen, Eltern und dem Trägerverein

 

·        Team- und Kommunikationsfähigkeit

 

·        Aufgeschlossenheit für Fortbildung und Supervision

 

 

 

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung, die Sie bitte bis zum 28.2.2015 mit den üblichen Unterlagen an folgende Adresse senden: Freie Schule Altmark e.V. · Depekolk 3 · 29410 Salzwedel.

Bewerbungen über Email (nur als PDF-Dokument!) an

p.stoppel@freie-schule-altmark.de

 

 

Besondere Seminare in Sieben Linden in den nächsten Wochen:

 

 

6.-8.3. Praxisseminar Bau eines Weidenpavillons
8.-13.3. Praxisseminar Weidenzaunbau
19.-26.4. Permakultur und Selbstversorgung - Nachhaltige Alternativen in einer globalisierten Welt (erstmals 7 Tage, als Bildungsurlaub anerkannt!)
30.4.-3.5. Authentische und berührende Kommunikation 
3.-8.5. und 10.-15.5. Bau eines finnischen Masseofens mit Lehm
14.-17.5.  Schritte zur Gemeinschaftsgründung
22.-25.5. Pfingst-Familiencamp