Im November feiert Sieben Linden wieder die längste und wichtigste Intensivzeit des Jahres - eine ganze Woche dürfen Themen ans Licht gezerrt werden, für die im Alltag keine Zeit ist; und eine Woche lang wird Gemeinschaft spürbar - wir sehen uns, essen zusammen, nehmen uns Zeit. Wir reden und sitzen viel (meist in der Form des "Forums"), gönnen uns eine externe Moderation (Dolores Richter aus dem ZEGG), dazwischem werfen wir die Sauna an, tanzen oder genießen gemeinsame Stille. Für mich ist es die dritte Intensivzeit seit meinem Herzug in 2007, und am letzten Tag ist mir aufgefallen, dass ich viel mehr teilnehme als in den zwei Jahren zuvor. Auch diesmal war es mir irgendwann zu viel - zu viele Themen, zu viel Gerede, zu viel Gesitze - , da bin ich dann einen Vormittag lang rausgegangen und habe die Schlaglöcher unserer Zufahrt ein bisschen aufgefüllt. Aber die letzten Male ging mir das viel öfter so. Ich nehme das als ein Zeichen dafür, dass ich geduldiger werde und interessierter - vielleicht ist ja schon inneres Wachstum passiert :-). Auch diesmal fand ich zwischendurch Ernüchterung in mir, dass unsere Intensivzeit-Kultur nicht alles ist, was ich brauche; dass mich manches stört und irritiert und nervt. Aber: Da ist so viel Reichtum. Da wünsche ich nur jeder, dass sie so eine Sache wie das Ökodorf mit allen Facetten erforscht und nicht da stehen bleibt, wo es ihr komisch vorkommt. Bei manchen Liedern, die wir im Kreis singen, denke ich mir zum Beispiel: Maaann, muss das denn jetzt schon wieder sein - und gleich danach geht jemand in die Mitte und erzählt auf eine Weise von sich, dass ich dankbar bin, so was erleben zu dürfen. Und stolz darauf bin, die Welt der Gemeinschaft entdeckt zu haben und in sie eingetreten zu sein. In diesem Jahr wurde mehr als in den letzten Jahr darauf geachtet, die Kinder und Jugendlichen miteinzubeziehen. Am packendsten war das am Nachmittag des letzten Intensivzeittages, als die Jugendlichen (10-13 Jahre) in die Mitte eingeladen wurden, um jeweils einem Erwachsenen Fragen zu stellen und dessen Fragen zu beantworten. Anschließend erzählten die Erwachsenen einzeln der restlichen Gemeinschaft, was sie gehört haben. Es kam zu einem lebendigen Austausch, zu einem Kreis mit Kindern, in dem einander zugehört wurde - dort sind die Bilder auf der rechten Seite entstanden. "Intensivzeit macht glücklich" stand während dieser Woche auf einmal im Mitteilungsbuch. Jemand anderes schrieb dazu "Und glücklich ist der Normalzustand des Menschen. So war das doch gedacht". So gehen wir gestärkt in den Winter... Micha W. | |  Bilder vom Samstagnachmittag - Intensivzeit mit den Jungjugendlichen (und Sancho -Bild unten - hatte auch noch Geburtstag...)        oben und unten: noch ein Spiel aus Nicolettas Repertoire zum Abschluss...   oben und unten: die beiden offiziellen Gemeinschaftsfotos 2009 - mit extra niedriger Blinzel- und Wegschaurate. Werden durch Draufklicken besonders groß (bei langsamer Internetverbindung bitte Geduld bis zum vollständigen Laden)!  | |