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Warum steht hier nichts Neues? Erklärung hier.
Hallo Politik Die Gemeinde-, Kreis- und Europawahlen sind vorbei und Sieben Linden hat mit eigenen Kandidaten mitgemischt. Ute Feisel aus dem Ökodorf sitzt jetzt für die Grünen und für uns im Kreistag, die Energiewendeliste, die mit Unterstützung aus Sieben Linden aufgestellt wurde, schickt zwei Vertreter in den Gemeinderat (zwei Kandidaten aus Sieben Linden, die ebenfalls mit auf der Liste standen, dürfen zu Hause bleiben). Und natürlich ist die ganze Energiewendeinitiative Beetzendorf eine höchst politische Angelegenheit – inspiriert vom wunderbarem Energiewendehandbuch (Transition Town Handbook) des Briten Rob Hopkins versuchen Energiewendeinitiativen wie die in Beetzendorf, auf lokaler Ebene eine politische Umgestaltung hin zu mehr Nachhaltigkeit, Selbstversorgung und Gemeinschaft zu fördern. Ich beginne diesen Text mit einem lokalpolitischem Kurzbericht, weil ich vor wenigen Tagen vom „Los Geht´s“ nach Sieben Linden zurückgekommen bin, und dort der Begriff der „politischen Kommune“ so oft in den Mund genommen wurde. Das „Los Geht´s“, eine Veranstaltung, in der Gemeinschaftssuchende mit Gemeinschaften und Gemeinschaftsgründungswilligen zusammentrafen, wird nämlich von der Kommuja veranstaltet – dem „Netzwerk politischer Kommunen“. Im Kommuja-Netzwerk sind vor allem Gemeinschaften mit linkem politischen Hintergrund organisiert, die unter Kommune auch die Selbstverwaltung mit verschiedenen Arbeitsbereichen und eine gemeinsame Ökonomie verstehen. In Sieben Linden finanzieren wir uns ja individuell, auch wenn wir eine Art gemeinsamer Essens- und Nebenkostenkasse haben – wir sind also keine „richtige“ Kommune. Gemeinschaften wie Sieben Linden, die nach dieser Definition eben keine Kommunen sind, werden aus dem Kommuja-Netzwerk heraus gern auch „spirituelle Gemeinschaften“ genannt, was mich regelmäßig belustigt, denn obschon die spirituelle Ausprägungen der einzelnen Bewohner des Ökodorfes reine Privatsachen und damit sehr vielfältig sind, sind wir sicherlich nicht spiritueller eingestellt, als wir politisch oder ökologisch eingestellt sind. Etliche würden sich bestimmt nicht als sonderlich spirituell bezeichnen; es ist noch nicht mal lange her, da hieß die entsprechende Rubrik in unserer Bibliothek „Eso-Mummpitz“ – eine Initiative von Irma, die inzwischen in Tamera lebt, was wiederum erst recht keine Kommune nach obiger Definition ist. Offensichtlich schreibe ich das alles auf, weil ich es gar nicht toll finde, in Schubladen gesteckt zu werden. Andererseits kann man aus solchen Schubladen heraus auch prima über das nachdenken, was man tatsächlich ist. Und dabei ist mir nach dem „Los Geht´s“ aufgefallen, dass Sieben Linden, gerade im Vergleich zu den vielen kleineren Gemeinschaften, die es (gefühlt) oft und an vielen Orten gibt, wirklich ein Dorf ist – Dorf hier nicht im Gegensatz zu großer Stadt, sondern zu WG, Hof- oder Hausgemeinschaft. Wir sind ein blühendes, brummendes Dorf mit einzelnen Ortsteilen, an denen die unterschiedlichsten Sachen passieren. Während Helge am Pferdestall einen Pflug neu zusammenschweißt und ich auf dem Südostfeld an einem Artikel für eine Computerzeitschrift arbeite, lernen auf der Windrose Baugäste das Verputzen mit Lehm. Kosha bereitet derweil mit ihren Gästen eine Schwitzhüttenzeremonie vor, Anouk kommt in ein Handtuch gewickelt vom Teich gelaufen und ganz weit im Nordwesten schaufelt Björn mit Seminarteilnehmern Sand, um die Lehmmischung für den Außenputz des Gästehäuschens auf dem neuen Campingplatz herzurichten. Meistens kriegen wir das nicht mal alles mit voneinander, was sehr schade ist, denn es ist ein ganz großartiges Gefühl, Teil eines solchen Organismus´ zu sein und dabei trotzdem ein selbst-bewusstes Wesen zu bleiben. Ich kann mir auch vorstellen, dass es für viele gut ist, noch gemeinschaftlicher zu leben, einander noch näher zu sein. Aber im Dorf zu leben ist ein eigenständiges Konzept mit einigem Charme. Vor allem, wenn innerhalb des Dorfes tatsächlich noch verschiedene verbindlichere Gruppen existieren, was ja eigentlich unser Konzept ist. Sie merken schon – zumindest der Autor dieser Zeilen spürt es im Juni Brummen und Sirren und gut funktionieren im Ökodorf (abgesehen von technischen Schwierigkeiten mit unseren Superökotoiletten). Zwischen Forum, veganem Mittagessen (ggf. Rohkostkuchen oder frisch gepflückte Erdbeeren aus dem Garten) und Energiewendeengagement lassen sich aufregende Leben führen, denen wir uns in den besten Momenten sogar gewachsen fühlen… Micha W. PS1: Hier gibt es einen Videobericht über das Ökodorf: http://www.sputnik.de/kochen-k***en-kompost-im-biomassekreislauf PS2: (zu den Fotos rechts)“ * Richtspruch für „das Türmchen * (schnell dahergedichtet von Thomas und ein kleines büschn von Claudia) Mit Gunst und Verlaub kamen wir von weit, weit her. Ein Strohhaus zu bauen, Das schien uns da noch schwer. Aus nem Haufen Seminaristen Jeder ganz speziell Schuf die 7Linden-Power Ne tolle Gruppe und zwar schnell. Wie eine große Hand Bauten wir zur Sonne. Björn als unser Alpha-Tischler War ne einzge Wonne. Bei 1000 und 1 Fragen Allermeistens kompetent. Doch ohne Fabians Hilfe Hätt er das wohl kaum gestemmt. Geplant war eine Hütte. Doch nach dem ersten Arbeitssturm – Uns schien es wie ein Wunder - Die Hütte war ein Turm. Alles muss im Lot sein, Der rechte Winkel Pflicht. Es geht um Millimeter, Sonst hält das Ganze nicht. Auch die Dorfgemeinschaft, So hat sich uns erhellt, Hat unsre einsame Seele Etwas mehr ins Wasser gestellt. Doch wir haben gelernt: Mit etwas Toleranz Verleihen grad die Fehler Dem Ganzen seinen Glanz Nun tretet kurz hervor Und gebt dem Bauwerk ein Gesicht. Sonst sind Namen Schall & Rauch, Doch für unser Türmchen heute nicht: Björn; Fabian, Thomas, Sandra, Sabine, Wolfgang, Ingo, Beate, Jens, Dorothea, Peter und meine Wenigkeit die Claudia. Wir gehen jetzt bald auseinander, Doch das Türmchen bleibt. Vielleicht werden wir uns wiederfinden, mit Glück in /Linden. | |  Bald schon ein "Altbau" und entsprechend selten im Mittelpunkt der Berichterstattung: Das 81,5-Südhaus, sommerlich begrünt  Blick aufs Brunnenwiesengelände... Keine Fotomontage: Hier wurde aufgeräumt!  Auch hier offenbart sich erst auf den zweiten Blick das Besondere. Da arbeitet jemand...  ...im Windrosenhaus. Das wird jetzt nämlich bewohnt!  Allerdings müssen seriöse Expert_innen noch die Balkongeländer anschrauben.  Andere seriöse Expert_innen reiben Gurken oder sehen dabei zu...  ...und wieder andere beschäftigen sich mit so spirituellen Dingen wie der Gärtnerei (im Bild: Michi vom Wildkräuterversand Ihres Vertrauens www.wilde-7.de).  Die von Björns dreiteiligem Strohballenbauseminar errichtete Gästehütte...  ...und drei der Teilnehmer_innen (links in der Textspalte der Richtspruch vom Richtfest nach dem ersten Seminarteil...)  Unweit vom Strohballentürmchen: Die nagelneue Gästesolardusche (noch ein bisschen Restbaustelle).  Und zu guter Letzt noch ein intimer Einblick in die platzsparende Freizeitgestaltung von Ökodörflern:  | |