Energiesparprojekte Allg.

Wie funktionieren Energiesparprojekte?



In erster Linie geht es darum, ein bewusstes Umgehen mit Energie, Wasser und Abfall zu erreichen. Es geht v.a. um das Verhalten. Neuinvestitionen für energiesparendere Gerätschaften oder Baumaßnahmen stehen eher im Hintergrund.
Die Schüler nehmen das Thema Energiesparen an ihrer Schule selbst in die Hand, sie erkunden Energiespar-Lecks, Einsparmöglichkeiten und motivieren die gesamte Schulöffentlichkeit zu energiesparendem Verhalten. Dabei arbeiten sie zusammen mit Beratern von außen, Lehrkräften und v.a. dem Hausmeister.

Die, durch umweltbewusstes Verhalten erreichten, finanziellen Einsparungen sollten den Schulen zurückerstattet werden. Dies dient als Anreiz für das Engagement der Schulen. Das kann jeweils zur Hälfte (Fifty/Fifty) oder auch in anderen Verhältnissen zwischen Schule und Schulträger aufgeteilt werden. Je sparsamer also eine Schule ist, desto größer kann dann auch die Belohnung ausfallen, die sie erhält. Es gibt aus der Praxis in anderen Bundesländern eine Vielzahl von verschiedenen Anreizmodellen. Erwähnt sei noch das pädagogische Modell, wo die Aktivität der Schüler mit einem Fragebogen ermittelt und dann prämiert wird.

Wichtig für den Erfolg von Energiesparprojekten ist vor allem die gemeinsame Beteiligung von Schülern und Schülerinnen, Lehrkräften und Hausmeister_innen. Denn nur durch aktive Beteiligung auf allen Ebenen kann das Projekt letzten Endes wirklich erfolgreich sein. Schon allein durch bewusstes Nutzverhalten lassen sich in der Regel gut 10% des Energieverbrauchs einsparen. Bestenfalls tragen die Schüler_innen das neue Verhalten auch mit nach Hause und ermuntern ihre Familie zu energiesparendem Verhalten.

Neben einem energiesparendem Verhalten wird im Rahmen solcher Projekte generell versucht, ein größeres Umweltbewusstsein zu schaffen. Begleitend zum Projekt findet so die Energie- und Klimaproblematik Einzug in den Unterricht. Durch Projekttage, Arbeitsgemeinschaften und Exkursionen werden Schüler_innen und womöglich auch Lehrer_innen näher an ein allgemeines Klima- bzw. Umweltbewusstsein herangeführt.



Das Prinzip ist einfach:
Alle Personen des Schulalltags (Kinder und Erwachsene) achten ihren Möglichkeiten und Fähigkeiten gemäß auf einen sparsamen Einsatz von Wärme, Licht und Elektrizität. Schüler_innen, Lehrer_innen und Erzieher_innen drehen die Heizung runter, wenn es in den Räumen zu warm wird, knipsen das Licht nur dort und dann an, wenn es gebraucht wird und achten auf ein richtiges Lüften in den Pausen. Die Hausmeister_innen überprüfen die automatischen Regelungen der Heiz- und Lichtsysteme und passen diese an die zeitliche und örtliche Gebäudenutzung an. Notwendige Kleininvestitionen oder Reparaturen werden in diesem Zusammenhang aufgedeckt und mit Unterstützung des Schulträgers behoben.

Diese Energiesparprojekte finden bundesweit an etwa 3.500 Schulen statt und werden von verschiedensten Organisationen und Einrichtungen unterstützt. Eine Schule mit 800 Schüler_innen reduziert dabei ihren Wärmeverbrauch um durchschnittliche 80 MWh und den Stromverbrauch um 8.000 kWh. Das bedeutet eine Reduzierung der schuleigenen CO2-Emissionen um durchschnittliche 25 Tonnen, sowie der Energierechnung um 5.000 € jährlich.

Der Ablauf:
Zu Beginn werden spezielle Startwerte aus dem bisherigen Energieverbrauch ermittelt. So kann später festgestellt werden, ob und in welcher Höhe durch die Aktivitäten der Schule Einsparungen erreicht wurden.

Weiter geht es mit der Gründung eines Energieteams, das zum einen das Energiesparpotential (durch Energierundgang und energierelevante Messungen) der Schule ermittelt und zum anderen die gesamte Schulöffentlichkeit auf die anfallenden Energiesparmaßnahmen aufmerksam macht. Wichtig hierbei ist vor allem die Beteiligung aller Nutzgruppen (Schüler_innen, Lehrer_innen, Hausmeister_in), da die meisten Aufgaben nur in allgemeiner Zusammenarbeit zu bewältigen sind.
Der Beginn der Messungen sollte ab Oktober laufen (Beginn der Heiz- und Beleuchtungsperiode). Eine Auswertung der Ergebnisse erfolgt im Sommer oder im nächsten Schuljahr.

Weitere Informationen siehe Links

 
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