| Sieben Linden im Oktober Was treibt uns um im Oktober? Drei Sachen fallen mir ein. Erstens, Autumn Leaves kam - und ging. Eine hochkarätige Veranstaltung, dieses Kulturfestival, das vom 19.-21. September in Sieben Linden stattfand; leider nicht so üppig besucht, wie angemessen gewesen wäre. Ob es sich zum jährlichen Highlight entwickelt, scheint noch nicht sicher. Ein großes Danke aber an alle, die da waren und kamen und halfen und mitmachten. Zweitens: Die Planung des Gästehauses. Zunächst wollten wir 2010 ein Seminar- und Bettenhaus errichten, dann wurden in der Planung zwei Gebäude daraus (Seminar- und Bettenhaus) und dann sollte auch noch eine Aula für die Gemeinschaft integriert werden. Viel Stoff für das vierköpfige Architektenteam, das mit unseren Wünschen im Gepäck loszog und mit frischen, aber auch nicht so ganz leicht verdaulichen Ideen wiederkam. Der "Abbau" des Amphitheaters stand auf einmal im Raum, so konkret wie noch nie. Wie gehen wir mit dieser Idee um, die vier Architekten zusammen gefunden haben, weil der Standort des Amphitheaters einfach ganz zentral ist und ein/e Aula/Gästehaus dort viel zur Belebung des Dorfplatzes beitragen würde. Der ist, wenn nicht gerade riesige Kreise ihn umspannen, einfach ziemlich oft ziemlich leer. Und wir sind ja auch in einer jahrelangen Bauphase, wo es möglich sein sollte, spielerisch mit Geländegestaltung umzugehen. Wolf sagt es treffend: "Der Bau des Amphitheaters war damals ein Schildbürgerstreich, der Abbau wäre auch einer." Andererseits hat das Amphitheater am Platz Qualitäten, die wir nicht missen wollen. Damit meine ich jetzt nicht diverse verstauchte Knöchel, weil die Stufen zu hoch und die Wege dahin zu glitschig sind, sondern das Froschkonzert, den zentralen Versammlungsort mit Bühne und einfach auch den spürbaren Pioniergeist der ersten Siebenlindener, der sich in diesem Bau manifestiert. Witzig an der Diskussion ist, dass genau dort, wo sowohl die Architekten als auch Martin (rechts im Bild ein Ausschnitt aus einem Alternativentwurf von ihm) den zentralsten Platz des Dorfes verorten, im Moment die Sommercamp-Spülstraße im feuchten Herbstwetter vor sich hinga... herumsteht. Über deren Abriss haben wir überhaupt noch nicht diskutiert! Ein dritter Punkt (heute wird mal so richtig aus dem Nähkästchen unserer Gemeinschaft geplaudert): Wir sind dabei, unsere Entscheidungsstrukturen massiv zu verändern. Hört sich vielleicht trocken an, bedeutet aber, dass wir uns in unserer Forschung, wie viele Menschen ihr Zusammenleben sinn- und vertrauensvoll miteinander organisieren können, einem neuen großen Schritt nähern: Der Verlagerung der Entscheidungen in jährlich gewählte Räte. Es gilt einerseits, der Basisdemokratiefalle aus dem Weg zu gehen und die wertvolle Zeit nicht mit langen Diskussionen zu verplempern, andererseits aber auch weiterhin keine unguten, ungerechten Machtgefüge entstehen zu lassen, wie wir sie in der Berliner Parteipolitik beobachten können. Es war immer klar, dass wir delegieren, wenn wir wachsen - Vollversammlungen mit 300 Leuten sind kein schöner Gedanke: Auch, wenn wir mehr Geld für alle beschließen wollen würden, hätte bestimmt immer jemand ein "ganz schlechtes Gefühl dabei" :-). Und um schlechte Gefühle zu vermeiden, sind wir hier in Sieben Linden zusammengekommen. Lasst euch inspirieren! Micha W. | |  Oben und unten: Autumn Leaves leaves and autumn comes Oben und unten: So wird bei uns regiert und protokolliert.   Elisabeth vor ihrem erfolgreichen Antrag auf Probezeit...  ...und danach.  Schildbürgerstreich oder Denkmal? Das Amphitheater.  Blick auf den zentralsten Punkt des Dorfes.  (siehe Text links...)  Windrose im Oktober mit sonnendurchflutetem Wohnzimmer (herrliche Aussicht auch) (unten) und entzückenden Mitarbeitern (noch weiter unten)     Übrigens: Die Zigarette ist AUS (und damit darf man auch in Sieben Linden überall herumlaufen - Micha hat ein Schlupfloch in unserem Regelwerk gefunden...)!   Kam ohne Probezeitantrag: Der Sohn von Olaf und Claudia. Arbeitstitel: Tuvilu ("Frieden und Ruhe" auf Suaheli) |