September 08

Sieben Linden im September

Herzlich willkommen in Sieben Linden - zu unseren Seminaren und zum Kulturfestival und Symposium "Autumn Leaves" (siehe oben).
Auf dieser Seite berichte ich ein bisschen über Sieben Linden, wie es sich Anfang September anfühlt. Noch subjektiver als sonst, weil ich selbst gerade erst wiedergekommen bin und das Ankommen hier erfahrungsgemäß eine Weile dauert. Zunächst - es ist noch gar nicht Herbst, auch, wenn "September" gewisse Alarmglocken klingeln lässt. Es blühen noch Blumen auf der Wiese und die Äpfel sind auch noch nicht alle reif. Es liegt allerdings ein bisschen Abschied in der Luft. Da verlassen uns nun tatsächlich Clara, Gabriele und Jürgen in Richtung Süddeutschland. Ökodorf-Süd heißt das Projekt, das es zwar noch nicht gibt, dass dann aber so toll wie Sieben Linden werden soll, nur mit Bergen und Wasser und besseren Geldverdienmöglichkeiten. Was wohl mit uns passiert, wenn es das tatsächlich mal geben sollte? Die Immobilienpreise sinken, die Strohballenhäuser in Sieben Linden gibt es geschenkt, wir werden zum Geisterdorf, weil alle in die Berge und ans Wasser wollen... Und dann wundern wir uns, wie sehr uns die Altmark schon ans Herz gewachsen ist und wollen wieder zurück. Wir haben zwar wenig Berge hier, aber dafür viel mehr Himmel (insbesondere Nachts)! Keine Angst also vor neuen Ökodörfern, davon können wir gar nicht genug haben.
Auch Louise hat sich am letzten Augusttag von uns verabschiedet, um in Leipzig eine Studienkarriere zu beginnen. Sie war nach ihrem FÖJ noch ein Jahr geblieben (das nennen wir "Lebensschule") und war eine der ganz wenigen, die in Sieben Linden auch mal ernsthaft mit dem Autoren dieser Zeilen "Enterprise" gekuckt haben. Ebenfalls Abschied nehmen müssen wir von neun FÖJs, die uns ans Herz gewachsen sind (FÖJ=Freiwilliges ökologisches Jahr). Wir haben sie kennengelernt und sie waren Teil des Dorfes und der Gemeinschaft. Zwei davon, Manuel und Anna, haben entschieden, noch eine Weile bei uns zu bleiben (Lebensschule), und außerdem sind ja die neuen FÖJs angekommen. Neun neue Gesichter, die noch so gar nicht bekannt aussehen und die wir dann in 12 Monaten genauso ungern wieder laufen lassen.
Ansonsten, was bringt der September? Eine Intensivzeit zu Entscheidungsstrukturen, zeitgleich (leider) dazu treffen sich Vertreter von Gemeinschaften zu einer "Gemeinschaftswerkstatt" im Lebensgarten Steyerberg, wo Kontakte gepflegt die gesellschaftliche Wirkung von Gemeinschaften diskutiert und verbessert werden sollen. Wir freuen uns auf eine Veranstaltung namens "Wohnraumroulette", wo die vielen Wohnwünsche und Bedürfnisse, die durch Zuzug und Hausbau angeregt und angeschüttelt wurden, in Einklang gebracht werden sollen. Und dann wird es mittags meist leckeres Essen geben, am Freitag Kino, am Samstag Disco, am Sonntag Sauna, zwischendurch viel Begegnung, hoffentlich eine Menge Liebe und Schritt für Schritt eine Kultur, die immer besser zu uns Menschen passt. Es grüßt, etwas melancholisch

Micha W.

   


Heute gibt es viele Bilder von Kreisen. Hier der Abschied von Louise... Bittere Tränen bei sanftem Gesang.


Am nächsten Morgen (Montag, der 1.9.): Der Windrosenhandwerkerkreis...


...und der Club99-Handwerkerkreis. Beide Kreise kurz nach der eigentlichen Kreisphase (fangen nämlich beide um 8:00 Uhr an und mensch kann ja nicht überall gleichzeitig sein).


Interessante Szene aus dem Garten: Zwei SiGe-Gartendamen treffen zwei Wilde7-Wildkräuterjungs. Ob sie sich gegrüßt haben?


Ach je... Auch das wird kein alltäglicher Anblick mehr, weil auch Jürgen in den Süden zieht... Und Nicola (rechts) verlässt uns mit den FÖJs des letzten Jahres.


Peinlich: Unser Biogroßhandelslieferant fährt Werbung für Fleisch. Können die das nicht abkleben, bevor sie in Sieben Linden fotografiert werden?


Während des großen Montagmorgenkreises warten die Lebensmittel auf die Menschenkette, die sie in den Keller bringt...


...und manche freuen sich die ganze Woche über auf diese Aktion.


Und hier: Der jüngste Bewohner des Ökodorfes. Wenzel, Sohn von Nadine und Uwe im Poppauer Hof (Nachname stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest).


Anblick von Poppau im September: Ökodorf vor ratzekahl abgeernteten Feldern.

 
^ Seitenanfang