Mai 08





Sieben Linden im Mai



Ja hallo! Wie schön, Sie auf unserer Seite begrüßen zu dürfen. Vielleicht können wir Sie zu einem Besuch bewegen. im Terminkalender finden Sie Veranstaltungen und Seminare und die Bauwochentermine. Der Zeitpunkt zu kommen wäre richtig: Nichts gegen Januar und Februar, aber im Sommerhalbjahr zeigt sich Sieben Linden schon von einer besonders schönen Seite. Momentan beißt sich zwar das Gelb des Löwenzahns ein bisschen mit dem des Rapses, aber das war dann auch schon das größte ästhetische Problem. Na ja, und dann steht da noch ein bisschen Holz herum und die Bauwägen und Kinderspielzeug und Fahrräder - aber das Leben ist ja auch kein Ziergarten.

Wir haben den Mai mit Feuer und Party ("Funky Walpurgy") begrüßt und es war schön, aber es fühlt sich an, als hätten wir noch nicht alles gegeben - vielleicht steht noch eine weitere spontane Frühlingsfeier bevor. Am 1. Mai hat sich die Bewohnerschaft von Sieben Linden dann jedenfalls erfolgreich mit der Bevölkerung des Nachbardorfes vermischt. Wir haben weniger Bier getrunken als die feiernden Männer, die mit Kutschen die Dorffeste der Altmark abklappern, aber dafür auch schlechter Volleyball gespielt. Die beiden Siebenlindener Mannschaften haben die hinteren Plätze belegt. Trotzdem interessant: Eine der Mannschaften hieß weder "Öko1" noch "Öko2" (Das waren die Vorschläge der Wettkampforganisation), sondern "Seeblick". Es handelte sich dabei um eine erst beim Frühstück kurz zuvor neu gegründete Nachbarschaft. Weder Zusammensetzung noch Wohnideal der Nachbarschaft scheint bislang ganz klar zu sein, aber der Name ist vielversprechend. Volleyball wird allerdings vermutlich kein Lebensschwerpunkt.

Am 29. April feierte die bereits fortgeschrittenere Nachbarschaft Windrose ihr Richtfest - tatsächlich stand das Haus in zwei Wochen. Und es ist richtig schön geworden. Der Architekt und Siebenlinden-Freund Dirk Scharmer würdigte vor versammelter Festgesellschaft die globale Bedeutung des Ökodorfes und die Filmemacherin Heidi Snel zeigte erste Ausschnitte ihrer Zeitrafferaufnahme vom Aufbau des Hauses. Übrigens - Thema Strohballenhaus - hat die Gemeinschaft in einer Sondervollversammlung beschlossen, sich als Standort für das Strohballen-Kompetenz-Zentrum des Fachverbandes Strohballenbau Deutschland zu bewerben, das 2010 gebaut werden soll. Wenn das klappt, würden übernächstes Jahr gleich zwei große Bauvorhaben geplant werden - das Gästehaus und das Strohballenzentrum.

Wir freuen uns zwar gerade darüber, dass die Blätter grün werden/sind und noch nicht herbstlich braun, aber vor wenigen Tagen ging die Website des Symposiums/Kulturfestivals "Autumn Leaves" an den Start - eine ganz neue Art von Veranstaltung in Sieben Linden in der Woche vom 14. bis zum 21. September, die vielleicht einen Vermerk im Jahresplan wert ist.

Noch ein persönlicher Gedanke des Autors dieser Zeilen:
An manchen Tagen wundere ich mich, dass es tatsächlich möglich ist, hier so zu leben, wie ich das richtig finde. Ich KANN ohne Auto und Fernseher und Handy leben, und wenn die Leute um mich herum das auch tun, dann wird es zum Normalzustand. Und der ist viel besser, als wenn um mich herum so getan wird (Werbung!), als ob du alles mögliche machen musst, um dazuzugehören. Manchmal ertappe ich mich bei der Frage, wer denn jetzt Recht hat - ob der vermeintliche Gesellschafts-Mainstream mit Karriere und Statussymbol-Auto und gestutztem Rasen nicht doch der eigentlich richtige Weg sei. Der Kopf sagt "Quatsch", aber es steckt so tief drin! Und nicht wenige aus diesem Mainstream halten uns oder andere ökologisch lebende Menschen und Gemeinschaften ja für "Aus-Steiger". Wenn man es mal erlebt hat, fragt man sich eher, warum drinnen hocken bleiben soll, wenn es draußen doch viel schöner ist... Viele Besucher berichten jedenfalls, dass sie froh waren, mal ein lebendiges Beispiel für ein anderes Leben gesehen zu haben - bei allen Problemen, mit denen wir uns noch herumschlagen...

Danke an Julia Kommerell für die Gestaltung der Website und für dieses zentrale Plätzchen auf der Startseite und an all die Digitalkamerabesitzer der Gemeinschaft, die ihre Kameras für die aktuellen Fotos bereitstellen!

Micha W.



Volleyball und Dorffest in Poppau




Spontannachbarschaft und die Volleyballletzten: Seeblick




Hasko vom Poppauer Hof spendet Trost für Seeblick:
Mit zunehmendem Alter wird auch das Spielen besser




Richtfest Windrose





Das Gelb passt irgendwie nicht zusammen



 
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