| Wasser, Energie, Transport | |
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Bauen, Heizen und Warmwasser mit der Sonne u. HolzIn Sieben Linden werden zur Zeit ca. 3m³ Nadelholz = ca. 4500kWh Heizwärme und ca. 600kWh Warmwasserwärme pro Jahr und Mensch verbraucht. In den Wohnhäusern werden ca. 1,4 m³ Nadelholz = ca.2200kWh Heizwärme pro Jahr pro Mensch verheizt. Durch kompakte Häuser, dicke Wärmedämmhüllen (größer als 20cm), Wärmeschutzglas und passive Sonnenenergienutzung (nach Süden ausgerichtete Wohnräume mit großen Fenstern) ist der Energiebedarf unserer Gebäude gegenüber dem Bundesdurchschnitt deutlich reduziert Die Heizwärme- und Warmwasserversorgung erfolgt bisher ausschließlich und sehr zufriedenstellend über Stückholzöfen und Holzvergaserkessel in Kombination mit Sonnenkollektoren und Heizwasserspeichern. Die Bau- und Brennholzwirtschaft hat sich zu einem Erwerbszweig im Ökodorf entwickelt. Kochen, Klo und Kompost im BiomassekreislaufUnsere Lebensmittel haben einen Nährwert von ca.2500kcal/Tag =ca.1000 kWh pro Mensch und Jahr. Zum Kochen verbrauchen wir in Sieben Linden ca. 40kg Propangas = ca.400kWh pro Bewohner und Jahr. Sonnen-Parabolspiegelkocher, Sonnen-Kochkiste, Sonnen-Trockner und holzbeheizte Kochherde kommen unterstützend dazu, werden aber kaum genutzt. Perspektivisch ist eine Feststoff Biogasanlage angedacht, die mit den organischen Reststoffen von Garten, Küche, Wiesen, Acker, Toiletten?, ... betrieben wird. Für Gas zum Kochen müsste ca. 1 Tonne Biomasse pro Jahr und Bewohner unter Luftabschluß bei 37°C vergoren werden. Um die Mikroorganismen und den Humus zu fördern, wird in Sieben Linden möglichst viel Biomasse kompostiert und dem Boden zur Verbesserung zugeführt. Auch um die Verschmutzung und Verkeimung des Abwassers zu reduzieren sind überall auf dem Gelände TrockenTrennToiletten oder Komposttoiletten installiert. Der Kompost von den Komposttoiletten und aus dem Rottebehälter der Kläranlage wird nachkompostiert und nur im Wald, im Obstbau und in Zierpflanzungen genutzt. Luft und der WasserkreislaufRegenwasser gibt es in SiebenLinden ca. 500mm pro Jahr. Auf 5000m²/Einwohner ist das ca. 2500m³ Niederschlag pro Einwohner und Jahr. Das Regenwasser von den Dächern versickert in Hausnähe in Versickerungsmulden bzw. wird in unseren Feuerlösch-Badeteich geleitet. Für Sieben Linden haben wir einen lokal geschlossenen Wasserkreislauf eingerichtet. 35 m³ Grundwasser pro Jahr und Bewohner bzw. knapp 100ltr/Tag werden über 2 Brunnenrohre aus ca. 45 m Tiefe mit je einer Elektropumpe entnommen. Ca.40% werden im Sommer direkt in den Gärten verbraucht. Durch die Komposttoiletten ohne Wasserspülung, ist der Verbrauch auf ca.2/3 des Bundesdurchschnitts reduziert und das Abwasser wesentlich weniger belastet. Abwasserreinigung: Im Rottebehälter werden die im eingeleiteten Grauwasser enthaltenen Feststoffe größtenteils zurückgehalten und von aeroben Bakterien teilweise kompostiert. Im nachgeschalteten Pflanzenbeet („bewachsener Bodenfilter“) werden wie in einem natürlichen Fluß- und Seeufer gelöste Stoffe von aeroben und anaeroben Bakterien abgebaut. Der hierfür nötige Sauerstoff gelangt im Sommer wie Winter durch das Schilfrohr bis in 1 m Tiefe. Das so geklärte Wasser = Brauchwasser wird an mehreren Stellen auf unserem Gelände in Gemüse-, Kräuter- , Blumengärten und im Wald genutzt und versickert. Licht, Kraft und Telekommunikation - StromDer Stromverbrauch in Sieben Linden von ca. 500 kWh pro Bewohner und Jahr beträgt im Vergleich zum Bundesdurchschnitts nur etwa ein Drittel, weil keine Elektroheizer, -Warmwasserbereiter oder -herde verwendet werden. Die Waschmaschinen sind mit Warmwasserzulauf bzw. Vorschaltgerät ausgerüstet, um auch hier den Heizstrom zu reduzieren. Mit derzeit über 4m² Photovoltaikanlage pro Bewohner am Netz produzieren wir im Jahr soviel Strom, wie wir im Ökodorf im Jahr verbrauchen Der produzierbare Strom wird direkt bei den nächstgelegenen Verbrauchern im Ökodorf verbraucht, alle Überschüsse fließen in das öffentliche Netz. Nachts und an trüben Tagen und vor allem im Winter fließt Strom aus dem Netz zu uns. Über einen Windgenerator, Wärme-Kraft-Kopplung und Stromspeicherstationen wird auch immer wieder nachgedacht. Verkehr - Motorfahrzeuge mit Pflanzenöl?Die Studie “Gemeinschaftliche Lebens- und Wirtschaftsweisen und ihre Umweltrelevanz” belegt, dass wir aufgrund unserer hohen Mobilität mit Pkw, Bus, Bahn und manchmal auch mit dem Flugzeug uns in diesem Bereich noch am wenigsten ökologisch nachhaltig verhalten. Unser Endenergieverbrauch im Personenverkehr beträgt ca. 4800kWh = ca. 400ltr Kraftstoff pro Bewohner und Jahr, wobei es deutliche Unterschiede in der Nutzung durch die einzelnen BewohnerInnen gibt. Fast alle unserer Fahrzeuge fahren noch mit Kraftstoffen auf Erdölbasis. Zwei unserer Dieselmotorfahrzeuge waren durch kleine Umbauten auf Pflanzenöl umgerüstet. Wegen Motorprobleme wird ein Fahrzeug nun wieder nur mit Diesel betankt. Dem Ersatz von fossilen Kraftstoffen durch Pflanzenöl stehen wir sehr kritisch gegenüber, wegen des hohen Flächenverbrauchs und den intensiven Monokulturen. Der zunehmende Anbau von „Energiepflanzen“ wie Palmöl in Monokultur in Asien, Afrika und Lateinamerika hat dort offensichtlich fatale Folgen für die Umwelt und die Landbevölkerung. (aktualisiert 2/08) |
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