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Die erste Nachbarschaft in der Wohnungsgenossenschaft Sieben Linden eG (WOGE),
„Aber das Bewußtsein vorausgesetzt, daß auch zwischen den nächsten Menschen unendliche Fernen bestehen bleiben, kann zwischen ihnen ein wundervolles Nebeneinanderwohnen erwachsen, wenn es ihnen gelingt, die Weite zwischen sich zu lieben, die ihnen die Möglichkeit gibt, einander in großer Gestalt und vor einem großen Himmel zu sehen!"
Reiner Maria Rilke
Wir haben uns unter einem sehr pragmatischen Aspekt zusammengefunden: Wir sind die Gruppe Menschen, denen es wichtig war, so schnell wie möglich in Sieben Linden ein richtig gedämmtes Dach über dem Kopf zu haben und die deswegen am liebsten schon in 99 bauen wollten. Die meisten von uns sind Familien- in 2008 leben in unseren Häusern 8 Kinder zwischen 7 und 12 Jahren. Hinzu kommen noch 8 Erwachsene, die in den Häusern wohnen, und 3 Menschen, der mit Bauwagen eine WG-Küche in unseren Häusern mitbenutzten.
Die Grundrisse der Häuser sind auf unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten. Während es im Südhaus fast klassische Reihenhausgrundrisse gibt, wo drei Reihenhausteile für zwei Familien und ein Rentnerpaar gebaut wurden, ist das Nordhaus stärker gemeinschaftlich orientiert. Dort gibt es keine klar abgegrenzten Wohnungen, sondern 12 Zimmer, 3 Küchen und 4 Bder, zwischen denen sich die BewohnerInnen in unterschiedliche Bezugsgruppen aufteilen können, so wie es den Bedürfnissen gerade entspricht. Zur Zeit gibt es eine Wohngemeinschaft mit 5 Erwachsenen und 2 Kindern, die sich die große Küche im Erdgeschoß teilen, und zwei Familie, die noch eigene Küchen haben, aber teilweise auch sehr engen Anschluss an die Wohngemeinschaft haben .Wir essen häufig gemeinsam und die Kinder wachsen wie Geschwister miteinander auf.
Die meisten BewohnerInnen des Nordhauses und einige des Südhauses fühlen sich als „Wahlfamilie" und treffen sich regelmässig - auf dem Weg zu mehr Gemeinsamkeit und auch einer gemeinsamen Ökonomie.
Wir wohnen seit November 2000 in den neu gebauten Häusern. Für unsere Verhältnisse haben wir beim Aufbau unserer Häuser viel Eigenleistung geleistet - eingedenk der Tatsache, dass die meisten von uns feste berufliche Verpflichtungen im Ökodorf oder der Region hatten und wir außerdem viele kleine Kinder zu versorgen hatten. In absoluten Zahlen ausgedrückt, ist die Eigenleistung nur ein Bruchteil der Baukosten unserer Häuser, für die 512 m² Wohnfläche, 55 m² Nebengebäude und ca.35 m² Balkone beliefen sich die Baukosten inclusive aller Nebenkosten auf 650.000 Euro, der Wert unserer Eigenleistung auf ca. 75.000 Euro. Finanziert haben wir diese Kosten durch unser Eigenkapital, Privat- und Bankkredite und Zuschüsse des Landes Sachsen-Anhalt. Die Mieten betragen zwischen 2,10 Euro (für Menschen, die ihren Wohnraum voll finanziert haben) und 4,30 Euro (für Menschen, die kaum Eigenkapital einbrachten).
Seit längerem liegt die Idee in der Luft, unsere Nachbarschaft langfristig noch durch ein drittes Haus, das sogenannte „Westhaus" zu erweitern.
Das Konzept, das eingangs mit dem Zitat von Reiner Maria Rilke beschrieben wurde, ist aufgegangen: Es ist ein wundervolles Nebeneinanderwohnen erwachsen, das zu immer mehr Gemeinschaft führt. Bei gemeinsamen Arbeitsaktionen wie Sandkastenbau oder Brennholz machen, sind alle mit viel Freude dabei. Wir sind gutnachbarlich miteinander verbunden, helfen uns bei vielen Dingen des Alltags und laden uns zum Klönen bei Kaffee und Kuchen oder zu Spieleabenden ein. Unsere Kinder sind sehr eng miteinander befreundet. Es gibt Absprachen der Eltern über gegenseitige Kinderbetreuung, die den Eltern zusätzliche Freiräume für ihr „Erwachsenenleben" bescheren. Die Familien machen Ausflüge miteinander oder haben z.B. gemeinsam Weihnachten gefeiert.
(aktualisiert 2/08)
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