Wurzeln in der Region

Wir verwurzeln uns in der Region


Die ersten Jahre galten einem gegenseitigen Beschnuppern. Mit Poppau gab es die Übereinkunft „Ihr könnt hier siedeln, aber ihr macht in Eurem Ökodorf Eures und lasst uns in Ruhe unser Leben führen.“ Die üblichen Vorurteile und Ängste mündeten schließlich in einen Sektenvorwurf der ev. Kirche. Intensive Öffentlichkeitsarbeit konnte diesen entkräften. In einer öffentliche Stellungnahme musste die Kirche den Vorwurf dann zurückziehen.

Endlich zu sehen, dass das Dorf wächst und beachtliche Bauwerke entstehen, trug zur allgemeinen Akzeptanz bei. Die regionale Presse tat Ihres dazu, sie berichtet oft und gerne postitiv über uns. Vor allem Energie- und Baufragen (z.B. Strohpolis) locken dann zahlreiche Besucher an. Auch das monatlich statt findende Sonntagscafe und der Tag der RegionenTag der Regionen im Oktober sind ein willkommener Anlass für viele Menschen aus der Region, sich das Ökodorf mal anzusehen.
Über die Jahre verstärkte sich der Kontakt mit dem Dorf Poppau und den BewohnerInnen umliegender Dörfer. Beim Volleyball-Turnier, das jährlich jeden 1. Mai ausgetragen wird und an dem auch das Ökodorf mit eigenen Mannschaften teilnimmt, feiern wir zusammen mit Kuchen, Bier und Würstchen. Ein weiterer Schritt aufeinander zu ergab sich über den Poppauer Hof . Vor allem über die Kinder wurden vielfältige Kontakte mit den direkten Nachbarn wie auch anderen BewohnerInnen Poppaus geknüpft. Nun singt der Ökodorf-Chor auch schon mal zur Weihnachtsandacht in der Poppauer Kirche. Möglichkeiten gibt es noch viele.

Im Jahre 2002 wurde der Verein und Laden “Naturwaren Sieben Linden e.V.“ gegründet. Neben den BewohnerInnen und den Ökodorfgästen kaufen auch immer mehr Menschen aus der Region hier ein. Ein Forschungsprojekt zu besseren Vernetzung mit regionalen ProduzentInnen wurde 2005 durchgeführt. Dieser Austausch ist zwar überaus wünschenswert, aus logistischen Gründen leider nur schwer möglich.
Im Juni 2004 wurden dann erstmals zwei ÖkodörflerInnen in den Gemeinderat der Gemeinde Poppau gewählt; sie stellen dort 2 von acht VertreterInnen (entsprechend unserem Anteil an der wahlberechtigten Bevölkerung in der Gemeinde).
Sicherlich gibt es noch viele Vorbehalte bei der Bevölkerung. Ein Anlass genauer hinzuschauen, was wir noch verbessern könnten. Leider tritt das Engagement für Regionalarbeit oft hinter den internen Aufbau des Ökodorfes zurück. Die Verwurzelung in der Region ist für die Entwicklung der Ökodorf-Idee jedoch von entscheidender Bedeutung.
Juni 2007 wird mit der 10-Jahresfeier ein ganzer Abschnitt Ökodorfgeschichte feierlich begangen. Alle Freunde des Ökodorfs und die Menschen aus der Region wurden eingeladen.

Über die Einschulung einiger Kinder an den Regelschulen der umliegenden Dörfer entsteht ein neuer Kontakt zur Region. Mit verschiedenen Projekten (Theater, Tanz und Klimaschutz) gehen wir an die Schulen. Gleichzeitig besuchen nun auch Kinder kreative Angebote im Ökodorf.

2008 wird ein Altmarkverteiler eingerichtet, der per e-mail Ökodorf-BewohnerInnen und das schon vielfältig belebte altmärkische Umland vernetzt.


(Aktualisiert 2/08)

 
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